Zweimal im Jahr üben wir gemeinsam mit der Feuerwehr Unterpfaffenhofen im Rahmen einer größeren Zugübung. Zugübung deshalb, weil aus jeder der beiden Feuerwehren ein aus mehreren Fahrzeugen bestehender Lösch- bzw. Rüstzug anrückt. Da dies bei größeren Schadenslagen auch bei realen Einsätzen immer wieder vorkommt, ist es wichtig die Koordination der Fahrzeuge und des Personals regelmäßig zu üben.

Bei den Zugübungen werden Einsätze möglichst realitätsnah dargestellt und anschließend gemeinsam ausgewertet. In der Baustelle für die neue Galerie auf der A96 wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit vier beteiligen PKW und mehreren eingeklemmten und verletzten Personen dargestellt. Der Einsatzleiter teilte die Einsatzstelle in zwei Abschnitte auf, die jeweils einem Zug übergeben wurden.

Die Aufgabe unseres Zuges war es, zwei eingeklemmte Personen aus ihren jeweiligen PKW zu befreien. Die besondere Herausforderung dabei war, dass wir den einen PKW, der vom anderen PKW an die Tunnelwand gedrückt wurde, in Seitenlage vorfanden. Die Mannschaft des ersten Löschgruppenfahrzeugs und die Besatzung des Rüstwagens befreiten den Fahrer aus dem seitlich liegenden KFZ, die Mannschaft des zweiten Löschgruppenfahrzeugs kümmerte sich um den Fahrer des zweiten PKW. Unser Versorger stellte die Verkehrsabsicherung mittels VSA sicher. Die Kameraden aus Unterpfaffenhofen hatten in Ihrem Abschnitt eine ähnliche Lage abzuarbeiten.

Um den Fahrer des seitlich liegenden PKW zu befreien, wurde zunächst die Frontscheibe entfernt und im Anschluss das Dach soweit wie möglich aufgeschnitten und -gespreizt. Schlussendlich konnte durch den Einsatz von zwei Rettungszylindern der Vorderwagen soweit vorgedrückt werden, dass die eingeklemmte Person befreit werden konnte. Beim zweiten PKW entschied man sich durch durch Entfernen der Türen und der B-Säule eine große Seitenöffnung zu schaffen, um den Fahrer achsengerecht zu retten.

Ein Ziel der Übung war es die Kommunikation mit dem Notarzt zu üben, denn nur durch ein gutes Zusammenspiel aller Rettungskräfte kann den Patienten im Ernstfall effektiv geholfen werden. Eine knappe Stunde nach der Alarmierung waren alle „Opfer“ gerettet. Mit dem Ablauf der Übung waren die Beobachter sehr zufrieden.

Wir möchten uns an der Stelle bei den Kameraden aus Unterpfaffenhofen und den drei anwesenden Notärzten, die in Ihrer Freizeit an dieser Übung teilgenommen haben, für die Übung bedanken. Ebenso gilt unser Dank der Autobahndirektion Südbayern, für die Möglichkeit realitätsnah auf der Autobahn zu üben und dem Team des Notfalllagers des Landkreises, dass sie uns die Übungs-PKW mit dem Abroller zum Übungsgelände und wieder zurück transportiert haben.

Ein besonderer Dank geht an das Organisationsteam aus beiden Feuerwehren, welches die aufwendigen Übungen ehrenamtlich in der Freizeit vorbereitet hat und im Anschluss mit den Teilnehmern die Auswertung vornimmt.