Tonnenschwere Herausforderung: Feuerwehr Germering trainiert die technische Großtierrettung
Ein gestürztes Pferd im Graben, ein verunglückter Anhänger, ein festliegendes Rind – wenn Großtiere in Not geraten, ist Spezialwissen gefragt. Bei einer zweiteiligen Ausbildung hat sich die Freiwillige Feuerwehr Germering genau darauf vorbereitet.
Ein Pferd, das in einen Graben stürzt, im Morast festsitzt oder bei einem Anhängerunfall verunglückt: Solche Lagen bringen nicht nur die Tierhalter, sondern auch die Rettungskräfte an ihre Grenzen. Ein in Panik geratenes Großtier von mehreren hundert Kilogramm ist eine echte Gefahr – für sich selbst und für alle Helfer. Damit die Freiwillige Feuerwehr Germering im Ernstfall richtig, sicher und tierschonend handeln kann, stand jetzt die Ausbildung „Technische Großtierrettung“ auf dem Programm.
Erst die Theorie, dann die Praxis
Den Auftakt bildete am 14. September ein theoretischer Ausbildungsabend im Feuerwehrgerätehaus. Hier ging es um die Besonderheiten im Umgang mit verunfallten Großtieren, um Verhalten und Fluchtinstinkt der Tiere, um geeignetes Gerät sowie um die enge Abstimmung zwischen Feuerwehr, Tierhaltern und Tierarzt. Am 19. September folgte der praktische Teil am Germeringer See. Durch beide Ausbildungsteile führte Thomas Sittinger vom Unternehmen com cavalo – Technische Großtierrettung.
Realitätsnahe Szenarien am Übungspferd
Geübt wurde an einem lebensgroßen Trainingspferd, das ein echtes verunfalltes Tier täuschend echt nachbildet. In mehreren aufeinander aufbauenden Szenarien durchliefen die Einsatzkräfte die typischen Lagen: das Bergen eines liegenden Tieres im freien Feld, das Verladen in einen Pferdeanhänger, die Rettung aus einer Böschung sowie das schonende Anheben mit einem speziellen Hebegeschirr an einem Kran. Im Mittelpunkt stand dabei immer der ruhige, tierschutzgerechte Umgang – denn beim echten Einsatz entscheiden Sorgfalt und eine klare Kommunikation über Erfolg oder Misserfolg.
„Großtierrettung ist Präzisionsarbeit unter Zeitdruck. Nur wer die Abläufe und das Verhalten der Tiere kennt, kann im Ernstfall sicher helfen – für das Tier und für unsere eigenen Kräfte. Deshalb ist diese Ausbildung so wertvoll.“
Ludwig Deimel, stellvertretender Kommandant der FF Germering
Fachlich begleitet wurde die Übung von Tierärztin Frau Dr. Anita Müller, die die medizinische Perspektive einbrachte. Unterstützung kam zudem von der benachbarten Freiwilligen Feuerwehr Eichenau – ein gelungenes Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Wehren im Landkreis.
Auf einen Blick
- Thema: Ausbildung Technische Großtierrettung
- Theorie: 14. September 2026 · Feuerwehrgerätehaus
- Praxis: 19. September 2026 · Germeringer See
- Ausbilder: Thomas Sittinger (com cavalo – Technische Großtierrettung)
- Tierärztliche Begleitung: Frau Dr. Anita Müller
- Unterstützung: Freiwillige Feuerwehr Eichenau
Ein herzliches Dankeschön an Thomas Sittinger und com cavalo für die praxisnahe Ausbildung, an Tierärztin Frau Dr. Anita Müller für die fachliche Begleitung sowie an die Freiwillige Feuerwehr Eichenau für die Unterstützung.


