Mehrmals im Jahr werden Übungen veranstaltet, bei denen größere Schadenslagen simuliert werden und die die Kameraden vor möglichst einsatznahe Szenarien stellen sollen. Am Montag, den 14.09. war es wieder soweit und die Übungsleitung hatte einiges aufgeboten, um sowohl den Führungskräfte, als auch der Mannschaft ein anspruchsvolles Lagebild zu liefern. Alarmiert wurden wir mit dem Stichwort „Brand/Rauchentwicklung im Gebäude, es sind Personen vermisst“. Wir rückten mit unseren beiden Löschfahrzeugen, dem Rüstwagen, der Drehleiter dem Sonder-TLF und dem Mehrzweckfahrzeug (MZF) zum Übungsgelände, einem Abbruchhaus in der Eichenstraße aus. Die Vorbereitungen der Übung, der durch Nebelmaschinen erzeugte “Rauch”, sowie die eintreffenden Feuerwehrfahrzeuge hatten bereits einige Schaulustige angezogen, so dass wir sehr bürgernah mit Publikum übten. 

Die Lageerkundung durch den Einsatzleiter ergab, dass es sich um einen Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus handelt. Zusätzlich zur Brandbekämpfung musste die Personensuche und -rettung koordiniert werden, da sich im Gebäude Personen bemerkbar machten und weitere Bewohner vermisst wurden. Aufgrund der komplexen Lage wurden vom Einsatzleiter zwei Abschnitte eingerichtet, die eingeteilten Abschnittsleiter konnten sich dadurch voll auf ihre jeweilige Aufgabe konzentrieren. Koordiniert wurde der Einsatz vom MZF aus, das durch seine spezielle Ausrüstung als mobile Einsatzzentrale vorgesehen ist. Die Rettung von Personen hat höchste Priorität, weshalb sich die Besatzung des ersten Löschfahrzeugs, zusammen mit der Besatzung der Drehleiter, um die Rettung der eingeschlossenen Personen kümmerte, die sich an einem Fenster im 2. OG und auf einem Balkon im 1. OG bemerkbar machten. Aufgrund der starken Verrauchung des Treppenhauses war eine Rettung durch das Gebäude ausgeschlossen, so dass die Personen über tragbare Leitern aus dem Fenster bzw. vom Balkon gerettet wurden.

Im zweiten Abschnitt wurde die Brandbekämpfung im Keller, sowie die Personensuche im Erdgeschoss organisiert, da wir über einen Mitteiler erfahren hatten, dass sich im Gebäude mindestens noch ein Kind und eine Frau befinden. Auch weitere eingeschlossene Personen konnten nicht ausgeschlossen werden. Vor Betreten des Gebäudes wurde durch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Wasserversorgung aufgebaut, wobei als erschwerendes Element ein defekter Hydrant angenommen wurde, so dass das Wasser von einem mehrere Hundert Meter entfernt liegenden Hydranten über Schlauchleitungen zugeführt werden musste.  Insgesamt kamen vier Trupps unter Atemschutz zum Einsatz, die parallel den Brand im Keller bekämpften, die vermissten Personen aus dem Erdgeschoss retteten, sowie die weiteren Geschosse durchsuchten. Zur Simulation des Brandherdes und um noch näher an der Realität üben zu können, kam eine gasbefeuerte Löschanlage zum Einsatz, die im Keller aufgestellt war. Es war also trotz Übung tatsächlich ein Feuer zu löschen, das der Angriffstrupp unter Vornahme eines C-Rohrs aber schnell in den Griff bekam.

Nach gut dreißig Minuten war die Lage unter Kontrolle, alle Personen waren gerettet und das Feuer war gelöscht. Im Anschluss gab es eine kurze Nachbesprechung. Dies dient zum einen dazu, allen Teilnehmern der Übung ein Gesamtbild des “Einsatzes” zu vermitteln und zum anderen eine Einschätzung der Führungskräfte zur vorgefunden Lage und der durchgeführten Maßnahmen, sowie ein Feedback der Übungsleitung zu bekommen.

Nach dem Aufräumen der Gerätschaften und dem Verstauen des Materials, gab es auf dem Heimweg noch einen Abstecher zur Eisdiele am Bahnhof, in der der Feuerwehrverein alle Übungsteilnehmer auf eine willkommene Abkühlung in Form eines leckeren Eis eingeladen hat.

Ein großer Dank geht an die Eigentümer und zukünftigen Bewohner des Grundstücks, die uns das alte Haus vor dem Abbruch noch für unsere Übung zur Verfügung gestellt haben.  In den nächsten Wochen beginnt der Abriss und der Neubau kann beginnen. Wir wünschen dafür alles Gute. Wir freuen uns immer über Abbruchhäuser oder andere Objekte in denen wir realistische Übungen durchführen können, um für den Ernstfall bestmöglich gerüstet zu sein.