Die S8 als Teil des Münchner S-Bahn Netzes führt auf ihrem Weg von Herrsching zum Flughafen auch durch das Einsatzgebiet der Germeringer Feuerwehr. Einsätze im Gleisbereich sind glücklicherweise recht selten, stellen die Rettungskräfte allerdings auch vor besondere Herausforderungen. Züge sind schwerer und schneller als die meisten Straßenfahrzeuge und befördern besonders zu den Stoßzeiten sehr viele Personen. Hinzu kommt, dass die Gleise an vielen Stellen nicht frei zugänglich sind bzw. auch nicht angefahren werden können, da sie abseits der Straßen verlaufen. Das bedeutet, dass das benötigte Rettungsgerät oft über weite Strecken bis zum eigentlichen Einsatzort getragen bzw. transportiert werden muss. Auch die anliegende Spannung von 15000 V im Fahrdraht der Oberleitung erfordert besondere Sorgfalt beim Einsatz der Feuerwehr.

Um uns auch auf diesem Gebiet möglichst umfassend zu informieren und die vorhandenen Kenntnisse aufzufrischen, gehören Besuche in der Werkstatt der S-Bahn in München Steinhausen immer wieder zum Ausbildungsprogramm der Germeringer Feuerwehr. Auch am Samstag, den 20. Juni stand ein entsprechender Übungstag auf dem Plan und 25 Kameraden machten sich mit unserem Rüstzug auf den Weg. Drei erfahrene Notfallmanager der DB nahmen sich viel Zeit, um uns zunächst theoretisch über viele Besonderheiten im Bahnbereich und die Abläufe bei Notfällen zu informieren. Anschließend hatten wir ausreichend Zeit praktisch mit unserem Gerät an einer bereitgestellten S-Bahn zu üben. Der aktuellen Situation geschuldet wurde in kleineren Gruppen an verschiedenen Stationen unter Benutzung eines Mund-Nasen-Schutzes geübt.

Dabei wurde uns erklärt wie wir über die Notentriegelung in den Zug gelangen, da zu unseren Einsätzen häufig die Evakuierung der Fahrgäste auch auf freier Strecke gehört. Wir bekamen außerdem gezeigt, wie es im Führerstand aussieht und wie wir den Zug stromlos schalten können, um im Havariefall eine Brandentstehung in der elektrischen Anlage verhindern zu können. Im Wechsel mit den anderen Gruppen wurden Teile des Fahrzeugs mit hydraulischem und pneumatischem Hebezeug angehoben, wobei immerhin 10-15 Tonnen bewegt werden müssen. Mit den Geräten, die wir auf unserem Rüstwagen mitführen, sind wir aber auch dafür bestens ausgerüstet. Neben den einzelnen Stationen ergaben sich auch immer wieder spannende Diskussionen zu vergangenen Einsätzen. Besonders die Notfallmanager konnten aus ihrer Erfahrung viele interessante Fälle einbringen.

Kurz vor dem einsetzenden Regen nutzten wir noch die Gelegenheit für ein schönes Gruppenbild und begaben uns anschließend auf die Heimreise.

An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an die Notfallmanager Werner, Peter und Ronald für den sehr lehrreichen und interessanten Übungstag.